Advent die Stillste Zeit im Jahr! Wie vor einem halben Jahrhundert!

Updated: Dec 28, 2020

Der erste Dezember und der erste Adventsonntag waren für uns als Kinder schon damals in der Mitte des letzten Jahrhunderts etwas ganz Besonderes. Schließlich wurde damit sozusagen der Count Down bis zum Christkind gestartet und das gleich auf unterschiedlichste Weise.

Da gab es zum einen den Adventkalender. Meist wurden auf einem winterlichen Bild Szenen dargestellt, auf denen Kinder einen Schneemann bauen, auf der Rodel den Hang hinunterfahren oder eine Schneeballschlacht machen. Dieses Bild auf dem dünnen Karton hatte 24 kleine Türchen, die nummeriert waren und hinter denen sich jeden Tag eine andere Überraschung versteckte.

Einmal war es eine gemalte Zuckerstange, rot-weiß-gestreift in der Form eines Spazierstocks. Einmal, wenn sich die Tage schon dem Heiligen Abend näherten, ein Päckchen, das vielleicht dann unter dem Christbaum liegen sollte. Es war das Erste nach dem Aufstehen, das die Kinder an diesen Dezembertagen entdecken wollten: Was versteckt sich heute hinter dem Türchen? Genau wurde eingeteilt welches der Kinder wann an der Reihe war, damit auch alle, Groß und Klein, gleich oft zum Öffnen kamen. Und ab dem 20. Dezember hieß es dann, „noch viermal, dreimal, zweimal einmal schlafen, dann kommt das Christkindl!“ Die Adventkalender haben sich seit den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts gewandelt und an die Stelle der bunten Bilder hinter den Türchen traten Schokoladefiguren. Die Spannung für die Kinder, was aber hinter diesen Zahlen zwischen 1 und 24 zu entdecken war, blieb aber die selbe, bis heute.

Am ersten Adventsonntag wurde die erste Kerze am Adventkranz entzündet. Am Vorabend hatte ihn die Mutter aus Tannenzweigen gebunden, mit roten Kerzen und ein paar kleinen Nüssen und Bändern verziert. Am Abend versammelte sich die Familie um den Adventkranz und im Licht der ersten Kerze wurde eine weihnachtliche Geschichte vorgelesen bevor die Kleinsten der Familie ins Bett mussten und von Weihnachten träumten. Die Stille, die dabei zumindest für einige Augenblicke im Haus war, kann man auch heute noch spüren, wenn man sich um den Adventkranz versammelt und die vorweihnachtliche Dauerbeschallung aus Radio und TV kurz abschaltet. Eine Stille, die gut tut!

Und noch ein Tiroler Brauch in der Vorweihnachtszeit hat nichts von seiner Strahlkraft verloren. Wenn der Vater den Platz für die Krippe vorbereitet, die selbst gebastelte Miniaturlandschaft mit dem Stall von Bethlehem hinstellt und die Schachtel mit den Figuren aus dem Kasten nimmt, dann beginnen die Kinder das erste Mal mit leuchtenden Augen zu staunen. Die älteren unter ihnen dürfen die ersten Figuren vorsichtig aus der Schachtel nehmen und aus dem Papier wickeln, das sie über den Sommer geschützt hat. Dann ist es soweit: Maria und Josef werden – unter Anleitung vom Großvater – an den richtigen Platz gesetzt. Dazwischen wird die Krippe gestellt, noch ohne das Jesukind, das ja erst am Heiligen Abend hineingelegt werden darf, flankiert von Ochs und Esel und über ihnen schwebt auch schon der Engel, der die frohe Botschaft verkündet hat. Rund um den Stall werden nun die Hirten platziert und spätestens bei den Schafen mit ihren Lämmern dürfen auch die ganz kleinen Helfer die Figuren an die richtige Stelle setzen. Vor einem halben Jahrhundert schon haben die Großeltern mit dem Aufstellen der Figuren gewartet bis die Enkel kamen, um ihnen zu helfen und auch heute ist dieser Nachmittag sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen ein Augenblick im Jahr, worauf man sich schon lange vorher freut!

Frohe Weihnachten und einen guten Start in ein hoffentlich friedliches Jahr! Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam Tirol entdecken! experience.tirol

Euer Tirol Entdecker

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